Mittwoch, 10. Juli 2013

Mittwochs-Rezi: Leviathan oder Der Wal von Philip Hoare

4 von 5 Eselsohren

Das größte literarische Werk über den Wal scheint bis heute Melvilles "Moby Dick" zu sein. Entspringt die Anziehungskraft des Buches der Faszination, die das Tier auf uns ausübt oder fasziniert uns der Meeressäuger, weil es Geschichten wie "Moby Dick" gibt?

Von seinem ganz persönlichen Verhältnis zu Autor, Buch und Tier handelt Hoares "Leviathan". An das Werk und an die Geschichte angelehnt erzählt er vom Wechselspiel zwischen Wal und Mensch, von der Urbanisierung der Ostküste Amerikas und vom Drama des Walfangs. Er begibt sich auf die Spuren von Melville und Isaak, von Moby Dick und Ahab.



Das ist einerseits Seefahrer-Romantik und Verehrung für ein schwer greifbares Wesen - andererseits oft blutig und gelegentlich verblüffend. Zwischen Industrialisierung und Jagdfieber schimmern sowohl Entsetzen und als auch Entrückung, die der Wal und das Meer bereits im kleinen Philip auslösten.

Optisch, haptisch und literarisch ist der "Leviathan" ein wunderschönes Werk geworden. Die deutsche Übersetzung ist bei mare erschienen. Dieser Verlag macht meiner Ansicht nach seine Bücher mit viel Herz, einem guten Gespür für Meer-Themen und viel Liebe zum Detail. Ich bin wahrhaftig keine große Sachbuch-Leserin, aber Hoare hat mich in seinen Bann gezogen.

Samstag, 6. Juli 2013

27. von 52 Buchfragen: Von welchem Verlag würdest du fast blind jedes Buch kaufen?

Von keinem.
Jeder Verleger oder jedes Verlagsteam kann mal daneben greifen und es gibt viel zu viele gute Bücher, als dass ich mir unzählige mittelmäßige hinstellen möchte, nur weil sie vom Verlag X sind.

Jedes Verlagsprogramm ist das Ergebnis vieler Köpfe und hoffentlich auch vieler Herzen, die für ihre Bücher schlagen. Diese Pluralität ist für den Verlag wichtig. Sicher - geschärfte Profile sind super, aber sollte es jemals einen Verlag geben, von dem ich ungesehen jedes Buch kaufen könnte, würde ich die Verleger wegen Gehirnkontrolle verklagen.

Natürlich gibt es Verlage, denen ich mehr vertraue als anderen ("meinen" Verlag lasse ich dabei außen vor.)