Samstag, 29. März 2014

Bastelstunde: Der Kosmetik-Setzkasten

Problem: Im Bad gibt es nie genug Platz für die kleinen Beauty-Produkte. Entweder verschwinden sie in Schubladen, oder sie purzeln ständig von den Ablageflächen. Lösung: ein alter Setzkasten.

Kennt ihr das auch? Im Badezimmer ist der Kleinkram immer im Weg. Ich bin nun wirklich kein klassisches Make-up-Mädchen. Aber sogar mein bescheidenes Kontingent an Tiegelchen und Töpfchen und Tuben und Fläschchen ist zu viel für die Ablageflächen. Und da bei mir oft auch noch "Aus den Augen, aus dem Sinn." gilt, verwende ich entweder immer nur das gewohnte Zeug oder ich kaufe Dinge doppelt.




Deswegen habe ich nun meinen guten alten Setzkasten in ein Badezimmer-Kleinteile-Regal verwandelt. Im Folgenden erkläre ich euch Schritt für Schritt, wie das funktioniert



1. Die Hardware besorgen
Einen alten Setzkasten bekommt man heute relativ problemlos. In den Ebay-Kleinanzeigen tummeln sie sich für kleines Geld. Meinen hatte ich dort auch ein paar Wochen inseriert. Aber niemand wollte ihn haben. Es ist eine Original-Schublade, die tatsächlich mal einen Satz Buchstaben für den Druck mit beweglichen Lettern beheimatet hat.



Obwohl ich diesen Umstand immer schon toll fand, stand ich von Anfang an auf Kriegsfuß mit dem Ding. Die Fächer sind nämlich viel zu klein für irgendetwas Sinnvolles (außer den Lettern natürlich).

2. Die Fächer vergrößern
Die einfachste Lösung kam mir erst in den Sinn, als ich genau wusste, was aus dem Setzkasten werden sollte: Fächer ausbrechen. Das klang in meinen Ohren immer nach Zerstörungswut - aber ich sprang über meinen Schatten. Diese Setzkästen sind sehr stabil und mit größeren Fächern finde ich sie wesentlich praktischer.

 Nicht jede Fachbegrenzung lässt sich ausbrechen. Der Setzkasten hat verschiedene Rahmen- und Zwischenstreben. Aber die kleinsten sind mit einfacher Nut/Feder-Technik eingesetzt. Mit roher Gewalt lassen sie sich entfernen ohne dass der Rest des Kastens Schaden nimmt.

Am besten eignet sich dazu eine Rohrzange. Ich habe sie dicht am Rand des Brettchens angesetzt und mit Hebelkraft ausgebrochen. Vorsicht - das kann splittern, denn selbst die dünnsten Fachbegrenzungen sind noch irre stabil.

3. Die Farbe verändern
Viele mögen ja den alten Holz-Look. Doch da mein Badezimmer klassisch weiß gehalten ist, wollte ich natürlich den Setzkasten dazu passend haben. Weißer Lack schaffte Abhilfe.













Das ist der Teil, der mir die meiste Geduld und Zeit abverlangte. Denn das Lackieren der einzelnen Fächer ist viel Frickelarbeit und in der Regel muss man zwei mal lackieren (mindestens). Den Kastenboden kann man dabei auslassen, wenn man ich - wie ich es gemacht habe - mit Papier auslegen möchte. Ich habe übrigens erst lackiert und dann die Fächer vergrößert. Das kann man sich natürlich einfacher machen. Aber ich finde, die Mühe hat sich gelohnt.

4. Den Boden auslegen
Da sich nach meiner Rohrzangen-Aktion viel vom Papier auf der zukünftigen Rückwand des Setzkastens gelöst hatte und ich nicht das komplette Papier ablösen wollte, habe ich mit damit begnügt, passende Papierquadrate zuzuschneiden und sie einzukleben.


 Mit Cutter-Messer, Bastelkleber und normalem Druckerpapier bekam ich eine ausreichend einheitliche Rückwand. Perfektionisten unter euch mögen das anders sehen. Aber hier sind dem Gestalter in euch auch keine Grenzen gesetzt. Ich habe auch schon Tapetenreste und gemustertes Bastelpapier im Einsatz gesehen und wer gerne weiter lackieren möchte, sollte sich nicht aufhalten lassen.

5. Zum Einsatz bringen
Zwei Nägel in der Wand reichen völlig, um den Setzkasten sicher anzubringen. Der äußere Rahmen des Kastens hebt sich hinten um ein paar Millimeter vor und bietet so den Nägeln ausreichend halt. Da Beauty-Produkte meist Leichtgewichte sind, hält das neue Schmuckstück an der Wand.


Wem das zu unsicher ist, der kann die Nägel natürlich auch durch die Rückwand selbst schlagen. So hing er damals in meinem Kinderzimmer und ist natürlich bombenfest.