Montag, 26. Mai 2014

Mein Kangoo: Stufe 4 - Hör mal wer da hämmert

Endlich!

Nach langem Planen, vielen Gesprächen mit anderen Campern, fleißigem Umsehen, Messebesuchen und Hochdachkombi-Foren-Gestöber habe ich mit einem befreundeten Handwerker einen einfachen, stabilen, alltagstauglichen Ausbau zuwege gebracht, der genau auf meine Ansprüche zugeschnitten ist.


Eine Holzkiste mit zwei Schubladen und zwei Fächern -  das klingt so einfach, dauerte jedoch eine Ewigkeit, bis alles fertig war. Jetzt aber habe ich einen robusten Zweisitzer, der mich von Mai bis September an die Strände und auf die Festivals der Republik begleitet. Und dazwischen alltagstauglich und praktisch ist.

Und jetzt folgt die Umsetzung im Detail



Vorüberlegungen: verworfene Alternativen
In den Foren Hochdachkombi und MyKangoo sowie von professionellen Schreinern gibt es ein paar clevere Lösungen, die das Auto sehr flexibel als Mehrsitzer, Camper oder sogar beides nutzbar machen. Doch letztendlich habe ich mich für einen permanenten Umbau entschieden. Jetzt habe ich einen Zweisitzer mit viel Stauraum im rückwärtigen Teil. Die ideale Lösung für mich als Single und Schönwettercamper.


1. Sitze raus
Das Demontieren der hinteren Sitzbank ging mit etwas handwerklichem Geschick und viel Geschnaufe von statten. Die Bank nimmt im Keller nicht so viel Platz weg, wie ich dachte. Gut in Plane eingepackt wartet sie jetzt auf ihren nächsten Einsatz - man weiß ja nie.

2. Holzrahmen rein
Außenmaße des Kastens: 160 x 120 cm. Dazu kommt noch eine Verlängerung von 30 cm an Klavierband befestigt. Das verwendete Holz ist 5 mm stark.
  • Oben und unten zwei Bretter  
  • Rechts links und genau in der Mitte je ein Brett 
  • Vor Kopf schließt ein Brett von 120 x 30 cm den Kasten Richtung Fahrerkabine
  • Dachlatten entlang der schmalen Bretter zur Stabilisierung
  • Verlängerung an Scharnieren ans Kopfende (116 x 40 cm)


Im Schlafmodus werden beim Kangoo die Sitze der Fahrerkabine ganz nach vorn geschoben und geneigt. Das klappbare Brett wird umgelegt und findet auf den Sitzrücken halt. Matratze drauf. Hält!



 In Höhe der Seitentüren haben wir den Rahmen wieder etwas ausgesägt, um den Stauraum im Kasten auch nutzen zu können. Durch zwei Bretter, die man nach oben herausziehen kann, kommt man auch bei geschlossenen Seitentüren an den Inhalt.



Durch die ausgebaute Sitzbank enstehen im vorderen Teil Hohlräume. Wir haben sie mit zwei Großhandelskisten gefüllt und mit Schaumstoff ausgekleidet. Auch diese Polsterung habe ich mit Teppich umhüllt. So entsteht ein robustes und einheitliches Gesamtbild.

3. Schubladen rein
Stauraum galore. Zwei Schubladen bieten genug Platz für allen Camping-Kram. Sie sind vom Heck aus zu bedienen und haben ein Maß von ca. 55 x 100 cm.



Vorratskeller, Equipmentlager, Kleiderschrank und Haushaltsbox und natürlich das Autozubehör wie Wagenheber und Erste-Hilfe-Kasten.

4. Teppich drauf
Einfacher Nadelfilz, den ich mit dem Handtacker fixierte, schützt die Oberfläche der Holzkonstruktion im Wintermodus beim Beladen und im Sommermodus die Matratze vor dem Holz.

5. Matratze rein
Als Unterlage kommt die IKEA-Matratze für das Klappbett Lycksele zum Einsatz, die auch schon auf meiner Übergangskonstruktion aus Kisten lag. Lycksele ist deswegen so geeignet, weil sich dort ein Matratzendrittel umklappen lässt - Ideal für die Verhältnisse im Kangoo, bei dem im Fahrmodus ja ebenfalls ein Teil der Schlaffläche umgeklappt werden muss.

Im ehemaligen Kofferaumbereich war sie etwa 20 cm zu breit. Ich habe sie mit einem scharfen Küchenmesser auf Pass geschnitten. Aus einem alten Lycksele-Bezug wurde die Cord-Schutzhülle. So nimmt das Polster keinen Schaden, wenn ich es im Sommer mit mir rumfahre.

6. Ladung sichern
Der Holzkasten klemmt bombenfest. Die Schubladen sind nach hinten vom Kofferraum gesichert und in die andere Richtung sorgt ein Kantholz dafür, dass sie nicht weiter rutschen können.
Fertig ist die Laube!