Samstag, 11. Januar 2014

Wortdings13 - Mein persönliches Wort 2013

Seit 2011 küre ich, inspiriert von der Wortweide, jedes Jahr mein Wort des Jahres. In diesem Jahr ist es für mich "Generation". Was ist euer Wort des Jahres 2013?




Bisher hat dieses Wort für mich in hippen Magazinüberschriften und in Technik-Werbung stattgefunden. Next Generation. Besser, schneller, toller, neuer. In diesem Jahr bekam es eine neue Dimension.



Der Duden sagt dazu:
Substantiv, feminin

1 a einzelnes Glied der Geschlechterfolge, bei der Großeltern, Eltern, Kinder, Enkel unterschieden werden // 1 b (Biologie) Gesamtheit der in der Entwicklung einer Tier-, Pflanzenart zum Prozess der Fortpflanzung gehörenden Tiere, Pflanzen // 2 (besonders Soziologie) Gesamtheit der Menschen ungefähr gleicher Altersstufe [mit ähnlicher sozialer Orientierung und Lebensauffassung] (vgl. auch Generation @, Generation Golf, Generation X) // 3 ungefähr die Lebenszeit eines Menschen umfassender Zeitraum; Menschenalter // 4 in der technischen Entwicklung auf einer bestimmten Stufe stehende, durch eine bestimmte Art der Konzeption und Konstruktion gekennzeichnete Gesamtheit von Geräten o.Ä.

Herkunft:
lateinisch generatio = Zeugung(sfähigkeit)

Synonyme:
Alter, Altersgruppe, Altersklasse, Altersstufe, Geburtsjahrgang, Geschlecht, Jahrgang

Menschenalter

Und das ist der Grund für meine Wahl:

Ich wurde Tante. Der Staffelstab "Nächste Generation" wurde weitergegeben. Für mich fühlte es sich stärker nach Erwachsenwerden an, als alles, was vorher passiert ist. Kein Abschluss, kein Sieg, kein Verlust hat je etwas Vergleichbares ausgelöst.

Der Stammbaum wuchs. Aus dem Nichts fand ich mich plötzlich einen Ast weiter oben vor. Ohne mich bewegt zu haben, ohne an Rang gewonnen oder an Zukunft verloren zu haben. Ich konnte das Knarren spüren, das man glaubt hören zu müssen, wenn Jahresring um Jahresring dazu kommen, wenn die Rinde aufbricht, um Platz für mehr Leben zu schaffen.


Plötzlich ist da jemand, der mich überleben wird. Der mich altern sehen wird. Der das in mir sehen kann, was ich in meinen Tanten sehe: Augen, die eine von mir ungefühlte Vergangenheit gesehen haben.Verstärkt wurde dieses Gefühl durch den Tod meiner Großmutter, die wir nur 10 Tage vor der Geburt meiner Nichte beerdigten und deren vielerzählte Geschichten das kleine Mädchen nur noch über Dritte hören wird.

Eine Generation mehr - mehr Leben und zugleich mehr Vergangenheit. Die Kette verlängert sich, wir stehen am losen Ende und unser Blick kann nicht endlos zurück reichen. Aus Erinnerungen werden Geschichten, aus Geschichten wird Geschichte. Was für ein berauschendes Gefühl, ein Teil davon zu sein!