Mittwoch, 2. Mai 2012

Mittwochs-Rezi: Der Reinfall von Carl Hiaasen

4 von 5 Eselsohren

Eine Frau geht von einem mondänen Schiff vor der amerikanischen Küste über Bord und landet fast (aber eben nur fast) ertrunken bei einer Art schrulligem Everglades-Einsiedler. Leider hat sie ihr Gedächtnis verloren. Auf der Suche nach selbigem kommt das unfreiwillige Päärchen der Frage auf die Spur, warum die Mittvierzigerin nun über Bord ging - und als sie es dann wissen... Naja, deswegen sollte sie ja schonmal umgebracht werden, oder? Netter Schmöker.

Das Cover ist kein typisches Krimi-Cover und das ist auch gut so. Schließlich ist das Buch auch kein typischer Krimi. Er schlägt seine Kapriolen zwischen CSI-Spannung und Pro-7-Samstagabend-Eigenproduktion. Komisch und trotzdem spannend, zum Wegschmökern und Mitfiebern. Bestimmt nicht mein letzter Hiaasen.


Ob gedächtnisschwache Dame, die ihr Leben plötzlich neu bewerten muss, Crocodile-Dundee-Typ, der in einen überraschend arbeitsaufwändigen Fang gemacht hat, High Snobiety-Fastmörder oder all die anderen kleinen Figürchen dieses Krimis: Hiaasen schreibt sie prächtig ins Leben. Die Marotten und Lebenslügen jedes Einzelnen mixen sich im "Reinfall" zu einem extrem witzigen und lebensechten Krimi, dessen Inhalt das Genre genau so belebt wie das Cover die Krimisammlung.

Trivia: Dass Hiaasen Humor hat, sollte schon der Fakt beweisen, dass er es war, der Christopher Paolini's "Eragon" in den offiziellen Buchmarkt brachte, indem er das Werk seinem Verleger vorstellte. ;)

Ein Eselsohr Abzug gibts nur, weil "Der Reinfall" in seinem Gere immer noch nicht an meine absolute Lieblingskrimiautorin Fred Vargas heranreicht und auch spaßige Krimis wie Glennkill und Garou nicht ganz übertrifft. Und jetzt viel Spaß beim Lesen.

Erhältlich als Goldmann-Taschenbuch ISBN 978-3-442-46037-3
Bei mir vorhanden als Leseexemplar (daher der komische rote Aufkleber auf dem Foto oben)