Freitag, 18. Januar 2013

Schneiderlein: Karnevalskostüme

Wir sind mitten in der Karnevals-Session 12/13 und endlich möchte ich anfangen, euch etwas vorzustellen, in das ich seit Jahren viel Begeisterung, Herzblut, Zeit und Kreativität investiere: Meine Karnevalskostüme. Sie dürfen gerne nachgenäht oder zur Inspiration für eigene Entwürfe genommen werden.


Da ich die tollen Tage zwischen Altweiber und Rosenmontag traditionell in der Düsseldorfer Altstadt verbringe, sind alle Kostüme Straßenkarneval geeignet.



Für die Wenigleser unter euch erstmal die Links zu den Beiträgen über meine einzelnen Kostüme. (Muss ich erwähnen, dass sie erst nach und nach aktiviert werden, je nachdem, wie schnell ich dazu komme?)

Das sind die, die ich selbst "konzipiert" habe. Im elterlichen Keller gibt es einen regelrechten Kostümfundus. Dort liegen auch einige meiner Lieblingskostüme, die da wären: Der Apfel, die Sheherazade, der Alien, die Schlingpflanze, der Fisch, die Zauberin, die Indianerin, die Zirkusdirektorin... Vieles lässt sich natürlich auch mehrfach und in verschiedenen Kombinationen verwenden oder mit der richtigen Maskerade in eine schräge Richtung bringen.



Basisklamotten und Stoff
Eine alte Jeans, ein ausgeblichenes T-Shirt oder Hemd, eine Alkleider-Weste oder ein geschmacksverirrter Rock eignen sich sehr gut als Grundlage für die ersten Kostümnähversuche. Dann muss es eben nicht gleich eine perfekte Hose und eine komplizierte Jacke sein - man bastelt einfach etwas an die bestehenden Klamotten dran.

Stoff ist relativ teuer. Wenn man dann noch einen Stundenlohn für die Nähzeit mit einrechnet, schlägt ein selbstgenähtes Kostüm ein gekauftes schnell um Längen. Aber es muss ja auch kein neuer Stoff sein und schon gar kein ausgezeichneter Karnevalsstoff aus der Profi-Abteilung. Vorhänge, Handtücher, Tischdecken, Schals, Tücher findet man oft im eigenen Keller, bei Verwandten, beim Ausmisten, Umgestalten oder auf Flohmärkten.


Inspiration ist nicht alles!
Es braucht auch kreatives Chaos ;)

Für den letzten Schliff (eine Brille, einen Hut, eine Tasche, eine Federboa...) kann man dann immer noch in der Karnevalsabteilung shoppen gehen.

Diese Anforderungen erfüllen alle Kostüme
Sie müssen wetterfest und auch in größtem Gedränge weder gefährlich noch zerstörbar sein. Sie müssen draußen vor der Kälte schützen ohne das man das Kostüm unter dicken Jacken versteckt. Zugleich müssen sie sich dazu eignen, später in den Kneipen bis zum Morgengrauen zu Tanzen - ohne Hitzschlag und ebenfalls als kostümiert erkennbar. Außerdem sollten sie den Träger nicht dazu nötigen, irre viele Accessoires mit sich herumzuschleppen  (die verliert man nämlich ohnehin früher oder später).

Traumhafte Stimmung auf der Bolkerstraße:
Straßenkarneval at its best.

Maskerade
Für die Maske verwende ich Make-Up auf Wasserbasis, das man auch vom Kinderschminken kennt. Im Gegensatz zur fett-basierten Theaterschminke ist dieses Profi-Make-Up nach dem Trocknen  unspürbar, super-haltbar und sehr einfach einzusetzen. Wer ein bisschen Talent beim Malen mit Wasserfarbe hat, der kommt auch mit Aqua-Make-Up zurecht. Grundiert wird mit einem Schwamm, Gezeichnet mit einem Haarpinsel.


Warum mach ich das?
Obwohl ich heut mit Haut und Herz im Norden lebe, gibt etwas, das mir weder Meer noch Land noch Leute dort ersetzen können: den rheinischen Karneval. Ich bin in der Nähe von Düsseldorf geboren und ohne die Masken und die Luftschlangen in jedem Ladenfenster, die Berliner und die tollen Tage auf der Straße fehlt mir etwas. Sehr.


Ich hab ausprobiert, wie es ist, einfach daheim in Ostseenähe zu bleiben und war todunglücklich. Für mich wird eine sonst graue, kalte, "irgendwie-dazwischen"-Zeit durch die Karnevalstage bunt, umtriebig, hell und fröhlich. Zum Glück ist die Zeit um Rosenmontag keine klassische Urlaubszeit und so ist Karneval zum Fixpunkt der Familienbesuche geworden. Und rangierte in Sachen Zuverlässigkeit in den letzten 10 Jahren noch vor Weihnachten, Ostern oder Geburtstag.