Sonntag, 12. Februar 2012

Lesezeichen (Das dritte Meme)

Im Rahmen der Buchliebhaber-Challenge, die nur noch bis März 2012 läuft, bin ich auf die Buchliebhaber-Memes gestoßen - und auch wenn die meisten davon bereits "abgelaufen" sind, haben sie doch nichts von ihrem inspirierenden Funken verloren. Also ignoriere ich das Verfallsdatum, rolle das Feld von hinten auf und widme mich nach dem aktuellen - vierten - Meme nun dem dritten.

Die Aufgabe:
Was benutzt ihr als Lesezeichen? Wie viele Lesezeichen besitzt ihr? Und wählt ihr bei entsprechend großer Sammlung  immer das passende Buch zum Lesezeichen aus? Wo und wie bewahrt ihr eure Lesezeichen auf? Oder besitzt ihr gar kein Lesezeichen? Wie merkt ihr euch dann die Seite, auf der ihr gerade seid?
Eine Auswertung der bis Dezember gelaufenen Aktion findet ihr hier.


Was für eine Frage! Ich wage die theatralisch Prognose, dass die Lücke zwischen Theorie und Praxis in meinem Leben bei keinem Thema größer ist als beim Thema "Lesezeichen". ;) Einerseits habe ich wirklich viele richtige Lesezeichen- kaufe, sammle, liebe sie. Andererseits benutze ich in der Praxis immer das, was mir grad zwischen die Finger kommt. 


Seit meiner Zeit als Buchhändlerin habe ich alle Spielarten von Lesezeichen gesammelt . Buchmerchandise, Reihenpromo, launige Aktions-Give-Aways, Buchzitate, Neueinführungen, Buchhandlungs-Werbung, Jubiläen, Autoren, Geschenkartikelüberschüsse...


Die Spielarten sind vielfältig. Schließlich verhalten sich Lesezeichen zum Buchhandel, wie Bierdeckel zu Kneipen: Sie sind platzsparende und zugleich nützliche Sammelobjekte für verrückte Stammkunden. Daher besitze ich eine schlichte Metallbox, die vor Lesezeichen explodiert, wenn man so wahnsinnig ist, sie zu öffnen.

Neben einer ganzen Armada von Lesezeichen mit mehr oder minder sinnigen/militanten/kitschigen Buchzitaten gibt es auch noch ein paar Stücke, die mir besonders am Herzen liegen:

Die Ottfried-Preußler-Sonderedition zum 80. Geburtstag 

Metall-Lesezeichen mit einer Schildkröte in Bewegung , das
2005 an den seit 10 Jahren verstorbenen Michael Ende erinnerte.

Ein uraltes Spielzeug (naja, aus den 1980ern) von mir, das ich in einem
Sommerurlaub  unter Zuhilfenahme von Drachenschnur zum
Lesezeichen umfunktionierte: ein abgeliebter, daumengroßer Häkelhase.

Aber tatsächlich läuft es auf Dinge hinaus, die flach, greifbar und ersetzbar sind: Kassenzettel, Werbepostkarten, Bahntickets, Gummibänder, abgerissene Papierstücke, Servietten, Verpackunsreste, Blätter, Grashalme, Visitenkarten, Post-its, Wollfäden, Stifte, Preisschilder, Drahtstückchen, Büroklammern...

Klassische Lesezeichen: Müll, Ramsch, Kleinkram,
der zwischen die Buchseiten passt.

Denn meist segeln diese Lesezeichen beim selbstvergessenen Schmökern auf den Boden oder sie werden von mir während spannender Passagen unbewusst zu Konfetti verarbeitet - und dafür sind mir die gesammelten Exemplare eigentlich zu schade.
Am allerliebsten habe ich daher Lesebändchen. Wobei... die sabbert mein Kater ganz gerne an oder kaut sie gar ab (bäh!) wenn  er es sich auf meinem Bauch bequem macht und sie ihn an den Ohren kitzeln.

Und ihr? Wie ist euer Verhältnis zu Lesezeichen?

Dazu passt:
Das vierte Meme