Dienstag, 10. April 2012

Gestatten, Mitbewohner: Die Katze


Vor ein paar Tagen habe ich euch Mika, meinen Kater vorgestellt. Er ist nur wenige Tage älter als meine Katze Polly, die heute 9 Jahre alt wird. Und natürlich ist es jetzt auch Zeit, sie kennenzulernen. Sie teilt sich mit Mika die Aufsicht über die Wohnung und die beiden ergänzen sich gut. Die strubbelige rote Katze ist neugierig, mittelpunktsaffin, sehr mitteilsam und hat ein charmantes Problem mit ihrem Kurzzeitgedächtnis. Neue Orte und Personen werden sofort und mutig inspiziert. "Lieber fünf Mal Scheitern als einmal Zögern." lautet ihr Motto, böse Zungen nennen das "aufdringlich". 




Die Katze in Kürze
Erster Name: Pauline
Rufname: Polly
Geburtstag: 10. April 2003
Geburtsort: Katzenhilfe Nortorf, Schleswig-Holstein
Rasse: Europäisch Kurzhaar
Schulterhöhe: 33 cm


Lieblingsposition


Ihren ersten Namen erhielt Polly noch in der Katzenhilfe Nortorf, wo ihre Mutter "Ma Lu" als Amme arbeitete. Mit dem arglosen Blick, extrem kurzer Aufmerksamkeitsspanne, der leicht verzögerten Reaktion und nach allen Seiten abstehenden Deckhaaren drängte sich das ländlich-naive "Pauline" wirklich auf. Seit dem Frühjahr 2003 wohnt sie zusammen mit ihrem Ziehbruder Mika bei mir und ich beschloss, sie Polly abzukürzen. Weil ich "Polly hilft der Großmutter" so mag. 


Pauline, etwa 3 Monate alt - immer ein bisschen abwesend.


Ein bisschen merkwürdig ist diese Katze schon. Futter reizt sie nicht. Aufmerksamkeit jeder Art setzt sie unter Strom. In Ruhe streicheln kann man Polly selten. Sie bleibt niemals liegen, wuselt herum, läuft außer Reichweite und "revanchiert" sich für jede Berührung mit dem Versuch, die berührende Hand hingebungsvoll zu putzen. Ihre einzige Knuddel- und Schmusezeit ist morgens kurz vor dem Aufstehen. Klingelt mein Radiowecker, fordert sie lautstark meine Aufmerksamkeit, wuselt unter die Bettdecke, schnurrt wie eine Nähmaschine und stuppst so lange, bis ich wach bin.


Polly mit etwa zwei Jahren. Die geborene Deko.


Während Mika immer und überall versucht, auf mir drauf zu liegen, mag sie das überhaupt nicht. Aber sie ist liebenswert, sehr anhänglich und immer für Unterhaltung gut. Mit Fellspielzeugmäusen, Stöcken oder fallenden Blätter, liefert sie sich spektakuläre Showkämpfe . Im Ganzen ist sie aber eine extrem defensive Katze. Wird sie von ihrem Kompagnon angegriffen, begibt sie sich in der Regel auf einen langsamen Rückzug in Höhlen (Kartons, Taschen, Schränke...) und Höhen (Schrankdächer, Regale, herumstehende Koffer...). Begleitet wird so ein "Kampf" von mäkelnden Lauten, die dazu führen, dass ich genervt für Ablenkung sorge.

Versteckt. Sieht sie die Welt nicht, sie die Welt sie nicht. Klar.

So unerschrocken sie drinnen ist, so scheu ist sie draußen. Zum Glück. Sie geht nicht weit, kontrolliert im 10-Minuten-Abstand die Tür ins Rückzugsgebiet und wenn diese zu ist, beschränkt sie sich nicht auf das simple fordende "Miau" ihrer Artgenossen, sondern verfällt sofort in kehliges Rufen, dass zur Paarungszeit die Nachbarskater in 50km Umkreis anlockt - sicher ist sicher. Ihre Anhänglichkeit und Neugier hat den unbestreitbaren Vorteil, dass sie auf Rufen in 99% der Fälle reagiert. 

Polly heute. Manchmal kann auch sie relaxen.